Bissone

Bissone liegt 8 km von Lugano und 10 km von Mendrisio entfernt, direkt am Seeufer gegenüber Melide am östlichen Ende des Ponte Diga. Das Dorf hat ein besonders malerisches altes Zentrum, das in das „Inventar schützenswerter Ortskerne der Schweiz“ aufgenommen worden ist. Besonders eindrucksvoll ist die Piazza mit regionaltypischen Arkadengängen und uralten Palazzi. Die Kirche San Rocco, erbaut im 17. Jahrhundert, und die mittelalterliche, später im Barockstil umgebaute Kirche San Carpoforo sind einen Besuch wert. In früheren Jahrhunderten war die Fischerei Haupterwerbsquelle dieses alten Dorfes, das schon zu langobardischer Zeit ab dem 8. Jahrhundert besiedelt war.

Hotel Campione in Bissone

In Bissone bietet Ihnen das Hotel Campione einen Pool am See mit einer Panoramaterrasse und kostenfreies WLAN im gesamten Hotel. Auf der Terrasse vor dem Restaurant genießen Sie Aussicht auf die Berge San Salvatore und Brè, den See und die Bucht von Lugano.

Anmerkung der Redaktion: Alles ist hier vom Feinsten. In jedem Fall eine gute Wahl.

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Wie viele Orte rund um den Luganer See war auch Bissone Geburtsort vieler „Künstlermigranten“, die nicht nur am See und in der näheren Umgebung, sondern auch in ganz Italien und Europa ihre Spuren hinterließen. Hier wäre vor allem der in Rom zu Berühmtheit gelangte Barock-„Stararchitekt“ Francesco Borromini (1599-1667) zu nennen. Ab 1619 arbeitete er an der von seinem Onkel Carlo Maderno geleiteten Bauhütte am Petersdom später auch am Palazzo Barberini in Rom. Andere wichtige Werke sind die Innenräume der Kirchen Sant’Andrea delle Fratte und San Giovanni in Laterano. Unter Papst Innozenz X. legte er einen bemerkenswerten Aufstieg hin, der zehn Jahre andauerte. Unter dessen Nachfolger Alexander VII. verlor Borromini seine herausragende Stellung jedoch ausgerechnet an seinen meistgehassten Konkurrenten Gianlorenzo Bernini und nahm sich, schweren Depressionen verfallen, 1667 das Leben.Die Region Mendrisiotto bietet speziell für E-Bikes ausgestaltete Radwanderwege, an denen ausgewählte, für Touren mit dem Elektrofahrrad geeignete Hotels liegen. Zu diesen gehört auch das „Hotel Lago di Lugano“ in Bissone. Informationen in englischer Sprache zu den Touren und Zielen sowie Buchungsmöglichkeiten bietet die Website „Territorio del Benessere – Road to Wellness“, an der auch der Tourismusverein Mendrisiotto e Basso Ceresio beteiligt ist: www.roadtowellness.it. Autobahn und Eisenbahn schneiden Bissone unglücklicherweise ein wenig von seiner Umgebung ab. Die Verkehrsbelastung von durchschnittlich 80 000 Fahrzeugen pro Tag auf der Autobahn wird zunehmend als störend empfunden, weshalb man derzeit über eine Überdeckung des Seedamms im Gemeindegebiet nachdenkt.


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Eine interessante Gestalt ist auch Pietro Maino Maderno (*ca. 1592 in Bissone, 1653 in Moosbrunn bei Wien) zu nennen, der zu der Familie gehört, die die Villa Maderni in Riva San Vitale erbaute. Er machte eine steile Karriere als Hofbildhauer vor allem im Österreich und Ungarn, für die er 1649 von Kaiser Ferdinand III. geadelt wurde. Zu seinen Hauptwerken gehören der Renaissancebrunnen im Amalientrakt der Wiener Hofburg, Nordturm und Kreuzgewölbe des Stiftes Klosterneuburg, die Gnadenkapelle des Kapuzinerklosters Und bei Krems sowie die Wasserspiele im Schloss Lednice im heutigen Tschechien. Für die Sommerresidenz des Palatins Paul Palffy auf dem Pressburger Burgberg, die Giovanni Battista Carlone aus Scaria, einem Ortsteil von Lanzo d’Intelvi, geplant wurde, gestaltete Pietro Maino Maderno 1641 eine aufwendige Wasserspielanlage. Mit dieser wurde der Garten der Palffy-Sommerresidenz zum Gesamtkunstwerk, das im Habsburgerreich nicht seinesgleichen fand. Steine und auch einzelne Steinmetzarbeiten für dieses Projekt kamen aus dem Kaisersteinbruch bei Bruckneudorf, in dem Kaiser Karl V. eine regelrechte Künstlerkolonie gegründet hatte. Bildhauer und Steinmetzen vor allem aus Italien gaben sich hier ein Stelldichein. Maderno betrieb dort zur Mitte des 17. Jahrhunderts seine eigene Firma – die „Firma Maderno“ – mit mehr als 50 Mitarbeitern, wurde allerdings auch in einen vermeintlichen Mordfall verwickelt. Ein Fleischer war im Steinbruch durch Messerstiche ums Leben gekommen – und auf der Anklagebank saß ausgerechnet Madernos Sohn Pietro. In der Prozessakte aus dem Jahr 1642 heißt es, „der junge Maderno (sei ) über ihn gefallen, unter solchem Fall und Liegen er dem Fleischhacker vier tödliche Stiche gegeben“. Offenbar ließ sich nie ganz klären, ob es sich um einen Streit mit tödlichem Ende oder um einen Unfall handelte. Auf eindringliche Fürsprache seines erfolgreichen und weithin verehrten Vaters wurde Pietro vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Er durfte jedoch für den Rest seines Lebens den Kaisersteinbruch nicht mehr betreten. Da nützten auch weitere Bittschriften des Vaters nichts – Pietro Maderno musste nach Italien zurückkehren.