Riva San Vitale

Der südliche Teil des Luganer Sees gabelt sich an der Punta di Poiana in zwei Arme. Der westliche bildet die linke Seite des „U“ um die Halbinsel Ceresio herum, der östliche ist kurz und gerade und endet bei Capolago und Riva San Vitale. Das kleine Städtchen blickt auf eine lange Geschichte zurück: Dort lebten schon in der vorchristlichen Zeit Etrusker. Die Römer nannten den Ort etwas später Vicus Subinates – Subinates wird als Name des damals dort lebenden Volkes interpretiert. Die Bewohner von Riva San Vitale taten sich in der Folgezeit als Rebellen hervor. 1798 wollten sie gar eine eigene Republik ausrufen, allerdings verlief das Unternehmen nach wenigen Wochen im Sand. Der Kanton Tessin wurde dann ohnehin 1803 gegründet – und der erste Präsident des Kantonalsparlaments war ein Kirchenmann aus Riva San Vitale: Don Gottardo Zurini.

Riva San Vitale am Luganer SeeRiva San Vitale, zu Füßen des Monte San Giorgio mit seinen Urzeitfunden und gegenüber dem mächtigen Monte Generoso, gehört zur Region Mendrisiotto. Die Stadt hat besondere Bedeutung für die Christianisierung des Gebietes, das heute die Schweiz ist. Denn hier steht das älteste noch erhaltene christliche Bauwerk des Landes, das Baptisterium San Giovanni. Erbaut im 5. Jahrhundert, ist der Sakralbau, der einst der Taufe Erwachsener diente, so klein, dass man ihn eine Weile suchen muss. Man findet ihn im Hof der viel größeren Kirche San Vitale (Via Settala; beide Bauwerke geöffnet Mo-Do 8-17 Uhr) aus dem 16. Jahrhundert. Schon früh war er mit dem nicht mehr vorhandenen Vorgängerbau der Chiesa San Vitale durch einen Gang verbunden. Die Apsis an der Ostseite stammt aus der Zeit Karls des Großen. Im Innenraum des Taufkirchleins steht ein gigantisches Taufbecken, das aus einem einzigen Steinblock geschnitten wurde. Es misst im Durchmesser fast zwei Meter und ist, mit einem Entstehungszeitraum um 1200, viel jünger als die Kirche. Ein älteres, etwa 60 cm tiefes Becken, in das der Täufling über zwei Stufen hinabsteigen musste, befindet sich darunter. Fünf Schichten verschiedener Fußbodenbeläge sind erhalten, deren ältester aus schwarzem und weißem Marmor gefliest ist. Original-Fresken aus dem 12. Jahrhundert zieren die Wände, darunter eine Geburt Christi, eine Himmelfahrt und das Jüngste Gericht. Von der Pfarrkirche aus führt eine schnurgerade Allee zur Chiesa San Rocco (Via G. Motta) aus dem 18. Jahrhundert. Am Anfang des Weges erhebt sich die schön restaurierte Villa Maderni, Herberge des europäischen Sitzes der US-amerikanischen Universität „Virginia Tech“. (Bild: JM Fotografie, www.fotalia.com)


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